Vegan essen: Das Experiment

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Zugspitz Ultra – 100 Kilometer, 5400 Höhenmeter

24. Februar 2014 Kommentare deaktiviert Allgemein

Vegan essen: Zwischenbilanz

Die erste vegane Woche ist vorbei; Zeit eine Bilanz zu ziehen und die Tage ein wenig zusammenzufassen.
Wenn mich jemand auf die Schnelle fragt wie es mir mit der ganzen Sache so geht, würde ich sagen: Es ist kein Problem vegan zu leben, aber langweilig.

Die vielleicht interessanteste Frage: Hat sich irgendetwas verändert?
Fitness/Vitalität
Ich erkenne definitiv keinen Unterschied, ich habe nicht das Gefühl, dass mir etwas fehlt, mir scheint aber trotzdem, dass ich mich mit ‘normalem’ Essen besser/fitter gefühlt habe, weil ich anders darauf eingehen kann was ich wirklich gut vertrage. Die Zufuhr an Obst und Gemüse hat sich nicht verändert und ich habe – seit ich vegan esse – sicher keinen übernatürlichen Energieschub erlebt.

Verdauung
Damit habe ich so meine Problemchen. Auch wenn ich Linsen & Co vorher mit heißem Wasser spüle usw. scheint mir das nicht wirklich gut zu tun. Tofu, Hülensfrüchte & Co. habe ich auch schon vorher gegessen, aber wahrscheinlich nicht in der Frequenz. Hier habe ich leider keine Lösung parat um einerseits vom Sport meinen Eiweißbedarf zu decken und andererseits eben keine Probleme zu bekommen.

Hautbild
hat sich die ersten Tage sehr verschlechtert. Entgiftungsprozess? Ich nehme auf jeden Fall ein bisschen weniger Zucker zu mir, das mit den Süßigkeiten fällt mir überraschend leicht. Mittlerweile hat sich die Haut jedenfalls wieder normalisiert.

Was esse ich und was fehlt mir?
Zum Frühstück gibt es – wie vorher auch schon – erstmal etwas Warmes wie zb Milchreis mit Obst/Hirsebrei/Getreidebrei o.ä. Danach Marmeladebrot(e) oder getoastetes Brot mit veganem Käse.
Zwischendurch gibt es ein Stück Obst oder ein paar Nüsse. Außerdem habe ich selbst vegane Energieriegel kreiert (Haferflocken, Hirse, Cranberries, Cashewkerne, Trockenfrüchte, Erdnussmus, … ). Zu Mittag nehme ich mir meistens das mit, was am Abend übrig geblieben ist. Ein Auszug der bisherigen warmen veganen Gerichte:
– Vollkornnudeln mit Linsenbolognese
– Soja-Erdäpfel-Curry
– Gebratener Tofu mit Polenta und Avocado
– Süßlupinen-Laibchen
– Vegane Pizza
Eigentlich schmeckt alles recht gut, das Einzige was ich grauenhaft finde: Hefeflocken. Wie das irgendjemand als Parmesanersatz bezeichnen kann ist mir ein Rätsel. Jeder Italiener würde davonlaufen.

Nährstoffe
im Allgemeinen sehe ich hier kein Problem. Wer sich ausgewogen ernährt und über die einzelnen Getreidesorten/Hülsenfrüchte usw. Bescheid weiß, kann sicher auch als Sportler den Nährstoff- und Vitaminbedarf gut abdecken.
Mein persönliches Problem ist das Eiweiß. Was kann man als Veganer zu sich nehmen? Soja, Seitan, Hülsenfrüchte, Lupinen und mehr sind eigentlich Eiweißbomben. Ich vertrage es aber nicht wirklich das in der Form und Menge aufzunehmen. Sonstige Eiweißlieferanten fallen in der veganen Küche aber weg. Der vegane Käse hat kein Eiweiß, Schinken ist gestrichen, Cottage Cheese ist ebenfalls ein Milchprodukt, …
Abgesehen davon hat jemand mit einer guten Verdauung sicher keine Probleme. Ich bin mir auch sicher, dass die meisten Veganer wesentlich mehr Obst und Gemüse als der Durchschnitts-Österreicher zu sich nehmen und sich dadurch auch gesunder fühlen. Viele Produkte sind einfach gestrichen, viele vegane Rezepte beinhalten einiges an Gemüse und gesunden Dingen.

Gesellschaft
Die vorige Woche war ich ein paar Tage alleine zuhause, so ist die Umstellung nicht so schlimm. Unlustig wird es dagegen am Wochenende bei einem Brunch mit der Familie. Kein Schinken, kein Frühstücksei, kein guter Käse, kein Honig, einfach langweilig.

Mein Experiment
Ich bin/war voll darauf eingestellt und hatte auch keine argen Gelüste nach etwas Nicht-Veganem. Meine einzige Sünde war ein Milka-Herz. Nachdem meine Verdauung von Tag zu Tag mehr spinnt und mir Probleme bereitet, bin ich momentan kurz davor, mein Experiment abzubrechen. Jeden Tag 3x Heilerde zu mir zu nehmen, um nicht Durchfall zu haben kann eigentlich nicht der Sinn und Zweck sein. Ich bin momentan etwas hin- und hergerissen, einerseits will ich das die 2 vollen 2 Wochen durchziehen (einmal in den Kopf gesetzt… eh schon wissen), andererseits leidet darunter die Leistungsfähigkeit und meine Ultra-Vorbereitung ist mir sehr wichtig.
Was würdet ihr machen?

So oder so kann ich jetzt schon sagen, dass ich sehr viel Neues am Ernährungssektor gelernt und entdeckt habe; ich muss jetzt nicht mehr spekulieren ob vegane Ernährung ein Wundermittel ist. Vegan leben wäre auf Dauer definitiv nichts für mich.

Milchreis mit Reismilch, Himbeeren, Apfelmus und Bananen

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Soja-Erdäpfel-Curry

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